Tuesday, September 08, 2015

Interreligiöser Rundbrief Nr. 2015-03




"Hören Sie, mein Freund, ich fühle mich nicht alt, weil ich so viele Jahre hinter mir habe, sondern weil nur noch so wenige Jahre vor mir liegen.“
Ephraim Kishon


Interreligiöser Rundbrief für Bonn und Umgebung 2015-03
(04./08.09.2015)

Liebe Leser*innen des interreligiösen Rundbriefes,
es ist wohl auch ein Zeichen der fortschreitenden Lebensjahre, dass einem die Zeit so viel schneller vergeht als wenn man jung ist.
Sollten Sie Interesse haben, ihre Zeit sinnvoll zu verbringen, wäre eine Möglichkeit, das zu tun, eine oder alle der Veranstaltungen zu besuchen, die ich hier in eigener Sache anpreise:
1.)    Interreligiöser Gesprächskreis Bonn
Montag, 7. September 2015, 19.03-21.30
bei Lioba von Lovenberg, Argelanderstraße 6, 53115 Bonn
Thema: Zu Gast ist eine griechisch-orthodoxe Nonne aus Norwegen.
Veranstalter: Religions for Peace Bonn/Köln

2.)    Islam – Ein heißes Thema?
Mittwoch, 9. September 2015, 19.30
Ev. Gemeindezentrum Melsbach, Altwiederstr. 15, 56566 Neuwied-Oberbiber
Ein Gesprächsabend mit dem Religionswissenschaftler Dr. Michael A. Schmiedel, Siegburg
Moderation: M. Palberg, M. Moritz, G. Schwikart

3.)    'Alteingesessene und Imis' Von Gegen-, Neben- und Miteinander und den Konzepten der Assimilation, der Integration und der Inklusion
Montag, 14.09.2015, 18:30 bis 20:00 Uhr
VHS Bornheim-Alfter, Alter Weiher 2, 53332 Bornheim
mit Dr. Michael A. Schmiedel und Bartosz Bzowski, M.A.

Deutschland ist seit 2005 offiziell ein Einwanderungsland. Inoffiziell ist es das schon lange, zumindest seit in den 1950ern die ersten Gastarbeiter kamen - und blieben. Und doch tun sich viele Deutsche schwer damit, ihre neuen Mitbürger/innen als in Deutschland ebenso zu Hause wie sie selbst zu akzeptieren. Auch die Eingewanderten haben es nicht leicht, sich in Deutschland richtig zu Hause zu fühlen, da sie zwischen ihrer Herkunfts- und einer neuen Identität hin und her gerissen sind. Wir alle, Ureinwohner und Einwanderer kommen an die Grenzen überkommender Identitätsvorstellungen. Unsere Kreativität ist gefragt, Identität zu konstruieren und neue Brücken zwischen Zeiten und Orten zu spannen.
Die beiden Dozenten geben zum einen einen Überblick über die Einwanderungsgeschichte Deutschlands und ihre wirtschaftlichen und politischen Implikationen und versuchen zum anderen, im Diskurs um die Einwanderung verwendete Begriffe wie 'Assimilation', 'Integration' und 'Inklusion' zueinander in Beziehung zu setzen und zu brauchbaren Werkzeugen für den Bau der oben genannten Brücken zu schmieden.
Bartosz Bzowski, M.A., ist ein 'Imi' mit polnischen Wurzeln, Politikwissenschaftler und arbeitet im Bonner Institut für Migrationsforschung und interkulturelles Lernen.
Dr. Michael A. Schmiedel ist eingeborener Rheinländer, Pendler nach Ostwestfalen und Religionswissenschaftler an der Universität Bielefeld.

4.)    GEBETe der Religionen
Dienstag, 29. September 2015, 18.30 Uhr
MIGRApolis-Haus der Vielfalt – Brüdergasse 16-18, Café im Erdgeschoss
Veranstalter: Religionsgemeinschaften in Bonn
mit Unterstützung der Stabsstelle Integration der Bundesstadt Bonn
im Rahmen der Interkulturellen Woche  2015
Die GEBETe der Religionen werden vorbereitet von Mitgliedern verschiedener Religionsgemeinschaften in Bonn und unterstützt von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Bonn (ACK), Religions for Peace Bonn/Köln und Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde Bonn, der Baha’i Gemeinde Bonn, der Deutschen Buddhistischen Union, des Rates der Muslime in Bonn und der Religiösen Gesellschaft der Freunde (Quäker) – Leitung: Dr. Michael A. Schmiedel und Pfarrer Wolfgang Wallrich
Vgl. auch Plakat im Anhang.

5.)    Interreligiöses Friedensnetzwerk - Vorstellung einer Internetplattform
Freitag, 2.Oktober 2015, 18 Uhr, (also nicht wie in den IKW-Programmen angekündigt am 1.10.)
MIGRApolis-Haus der Gesellschaft, Seminarraum im 2. Stock

mit David Clement, M.A. und Dr. Michael A. Schmiedel
im Rahmen der Interkultuellen Woche 2015
Zielgruppe: Interreligiöse Akteure und Interessierte.

Das Interreligiöse Friedensnetzwerk (IFN) Bonn und Umgebung ist eine Vernetzung von interreligiösen Akteuren in Bonn und Umgebung zwecks Veröffentlichung der Veranstaltungshinweise auf einer gemeinsamen Internetplattform für  Veranstaltungshinweise. Die Seite steht allen interreligiösen Akteuren der Region zur Verfügung. Bisher veröffentlichen die interreligiösen Organisationen ihre Termine nur auf eigenen Homepages, in E-Mail-Verteilern und in der Presse. Die gemeinsame Plattform soll allen Beteiligten die Vielfalt der Veranstaltungen bewusst machen und dazu helfen, Terminüberschneidungen zu vermeiden. An diesem Abend wird das System vorgestellt und diskutiert.

6.)    Schweigen für Frieden und Gerechtigkeit
Dienstag, 6. Oktober 2015, 17.30-17.45
Münsterplatz in der Nähe des Prangers, 53113 Bonn

Veranstalter: Interreligiöse Initiative Schweigen für Frieden und Gerechtigkeit
Vgl. auch: http://www.migrapolis-deutschland.de/?id=2354

7.)    Friedensverantwortung Interreligiöses Podiumsgespräch
Sonntag, 22. November.2015, 13-16 Uhr
Haus der Geschichte, Willy-Brandt-Allee 14, 53113 Bonn
im Rahmen der Bonner Buchmesse Migration 2015
Veranstalter: BIM e.V. www.bimev.de

Überhöhungen von ethnischen und nationalen Identitäten, politischen Ideologien und ökonomischen Interessen ins Heilige fanatisieren und instrumentalisieren Religionen nicht selten und gefährden das friedliche Zusammenleben der Menschen. Folgende im interreligiösen Dialog Aktive stellen sich der Frage, welche Verpflichtungen und Möglichkeiten wir als gläubige Individuen und als Funktionsträger religiöser Institutionen haben, uns und unseren Glauben davor schützen können.
Auch Abschlussarbeiten von Lehramtsstudierenden für evangelischen Religionsunterricht an der Universität Bielefeld beschäftigen sich mit Themen des interreligiösen Miteinanders, z.B. mit der Konversion von Hindus zum Christentum, den Beweggründen von Jugendlichen, sich fanatischen islamistischen Gruppen anzuschließen oder mit dem islamischen und evangelischen Religionsunterricht und dem Blick auf die je andere Religion. Einige Absolvent*innen werden ihre Arbeiten vorstellen und in die Diskussion mit einbringen.

Bisher (Stand: 04.09.2015) zugesagt haben:      
Sugantan Amuthalingam, evangelischer Lehramtsstudent
Anne-Marie Laurent, buddhistische Dialog-Aktivistin
Dr. phil. Aziz Fooladvand, islamischer Religionslehrer
Sabrina Kettler, evangelische Lehramtsstudentin
Dr. med. Hossein Pur-Khassalian, islamischer Dialog-Aktivist
Jochen Ring, römisch-katholischer Religionslehrer
Lioba von Lovenberg, Quäkerin und Dialog-Aktivistin
Claudia Mohedjeri, Vorsitzende der Bonner Bahá’í-Gemeinde
Moderation: Dr. phil. Michael A. Schmiedel, Religionswissenschaftler

Seien Sie uns also herzlich willkommen!
Weitere Termine werde ich wieder in dem kleineren Verteiler rundschicken, dem Sie aber gerne beitreten können.

Herzliche Grüße,
Ihr Michael A. Schmiedel

PS: Das Zitat oben stammt aus dem Interview Ephraim Kishons mit sich selbst „Unter zwei Augen“ in seinem Buch „Abraham kann nichts dafür. 66 neue Satiren“, München, Wien (Albert Langen, Georg Müller) 1984, S. 189.