Wednesday, February 20, 2013

Interreligiöser Rundbrief ... Nr. 2013-02 (20.02.2013)



 
Wenn einer in die Irre geht, dann heißt das noch lange nicht, daß er nicht auf dem richtigen Weg ist.
Hans Bemmann, Stein und Flöte und das ist noch nicht alles
Inhalt



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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Lauscher ist die Hauptfigur in Hans Bemmanns Märchenroman „Stein und Flöte und das ist noch nicht alles“. Im Laufe seines Lebens macht er so viele Fehler, und das zumeist mit den besten Absichten. Es erinnert an den Geist, der steht das Gute will und stets das Böse schafft. So verzaubert er die Pferde der kriegerischen Beutereiter mit der Absicht, sie daran zu hindern, andere Völker zu überfallen. Doch die Folge ist ein noch schrecklicherer Krieg, dem viel mehr Menschen zum Opfer fallen, als das bei ihren gewöhnlichen Raubzügen der Fall ist. Aus Verzweiflung trinkt er ein Mittel, das ihn in Stein verwandelt. Davon irgendwann erlöst, zeugt er eine Tochter, auf das er seine ganze Hoffnung setzt. Diese aber wird bei einem Streit zwischen Anhängern der alten Lebensweise der Beutereiter und der der Goldschmiede, die sich an sich friedlich vereinigt haben, was aber eben nicht alle überzeugt, von ihrem Bruder getötet, der seinen Dolch auf seinen anderen Bruder warf, nur dass eben die Schwester dazwischen kam. Ihr Tod versöhnte die Brüder miteinander, noch nicht aber die verfeindeten Parteien. Nicht viel später ist auch Lauschers Leben zu Ende, aber das ist noch nicht alles. Es ist ein Roman, in dem vordergründig Religion keine Rolle spielt, hintergründig aber ständig anwesend ist, in der Liebe zum Leben, in der Sehnsucht nach Erfüllung, in dem Streben nach dem Guten, in der Verzweiflung wegen der eigenen Unzulänglichkeiten. Ein schmerzhaft schönes Buch!

Sie erwarten vielleicht ein paar Worte zum Rücktritt Papst Benedikts XVI. Darüber wurde in den Medien viel gesagt. Ich zitiere aus einem Rundbrief der Neuapostolischen Kirche, der noch am selben Tag, am Rosenmontag rundgeschickt wurde:
„(11.02.2013) Zürich. Mit Achtung und Respekt äußert sich der internationale Kirchenleiter der Neuapostolischen Kirche, Stammapostel Wilhelm Leber, zur Ankündigung des Rücktritts von Papst Benedikt XVI, Oberhaupt der katholischen Kirche. Er bringe dem Wunsch nach einer frühzeitigen Abdankung viel Verständnis entgegen, schreibt der Stammapostel in seinem öffentlichen Statement. Der Papst hat heute seinen Rücktritt für den 28. Februar angekündigt. http://www.nak.org/de/news/
Dem kann ich mich nur anschließen. Der neuapostolische Stammapostel hat in der NAK eine dem Papstamt vergleichbare Stellung, aber dass ein Stammapostel nach ein paar Jahren im Amt selbiges wieder abgibt, ist dort völlig normal. Und vielleicht wird das nun auch in der römisch-katholischen Kirche normal. Ein aus Altersgründen kranker und schwacher Papst nützt weder der Kirche noch sich selbst. Papst Benedikt hat es zudem geschafft, uns alle nochmal zu überraschen und zu zeigen, dass er über die innere Souveränität verfügt, die wir uns von allen Führungspersönlichkeiten, ob religiös oder weltlich, wünschen.

Nun zum Interreligiösen Rundbrief: Es ist nur ein Textbeitrag dabei, und der ist auf MIGRApolis-Deutschland sogar der Rubrik „Wirtschaft & Finanzen“ zugeordnet. Aber wenn Sie ihn lesen, merken Sie, dass auch die Religion darin vorkommt. Gerne verweise ich auch auf die Beiträge von Nadja-Thelen Khoder zu verschiedenen Jahrestagen, die an die Schrecken der Naziherrschaft und des Krieges erinnern. Die habe ich hier nicht aufgenommen, aber Sie finden sie auf der Startseite von www.migrapolis-deutschland.de, wie auch vieles andere, das hier thematisch nicht so rein passt.

Zum Beispiel finden Sie dort die Aufforderung, sich am Literaturwettbewerb der diesjährigen Bonner Buchmesse Migration zu beteiligen, und die, an einer Reise in die Südtürkei teilzunehmen. Diese Aufforderungen finden Sie hier unter II.)

Die Veranstaltungshinweise unter III.) beziehen sich nicht alle auf Bonn und Umgebung, einige aber doch, so der auf den Vortrag von René Buchholz heute Abend zu Monotheismus und Intoleranz, der auf meine Exkursion zur DITIB-Moschee in Bad Godesberg morgen und der zu einem Abend über das Zusammenleben von Muslimen und Nichtmuslimen in Bonn am kommenden Dienstag. Und auch drei Veranstaltungen rund um das Religion-, Toleranz- und Meinungsfreiheit-Thema im April und Mai sind hier schon aufgeführt.

Außerhalb der engeren Region habe ich auch je einen Hinweis auf Veranstaltungen in Fürth (Schätze der Religionen), Hannover (Sufismus), Wiesbaden (Religion und Identität), Mülheim an der Ruhr (religiöse Feste) und Nassau (Leben und Sterben im Buddhismus) aufgenommen. An den drei zuletzt genannten bin ich selber beteiligt.

Ich wünsche eine informative und inspirierende Lektüre des Rundbriefes und melde mich im Schlusswort nochmal.

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I.) Textbeitrag:

I.1.) 300.000. „Gekommen um zu bleiben? Interkulturelles Leben und Arbeiten in Bonn“. Podiumsgespräch in der GIZ in Bonn am 04.02.2013 im Rahmen der Reihe „Bonn und die Welt“. Bericht und Fotos von Michael A. Schmiedel


Andreas Mühl, Dominik Ziller, Coletta Manemann und Hıdır Çelik.

Wirtschafter können gut mit Zahlen umgehen. So nannte Dominik Ziller von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) die Zahl 300.000. So viele Fachkräfte müssten jährlich nach Deutschland einwandern, um den Wirtschaftsstandort Deutschland in der für unseren Wohlstand notwendigen Leistungskraft zu erhalten.

Er saß zusammen mit Andreas Mühl vom Bonner General-Anzeiger, der das Gespräch moderierte, Coletta Manemann, der Integrationsbeauftragten der Bundesstadt Bonn und Dr. Hıdır Çelik, Leiter der Evangelischen Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn (EMFA) im Haus der GIZ in der Godesberger Allee und diskutierte über die Notwendigkeit der Einwanderung und die dafür so schlechten Bedingungen in der deutschen Gesellschaft.

Ziller erklärte, dass die Industrieländer (außer Frankreich) alle unter einem Schwund von Fachkräften litten und somit in einer Konkurrenz stünden, um sich für zuwandernde Fachkräfte interessant zu machen. Es genüge nicht, die schon anwesenden Menschen mehr arbeiten zu lassen. Seit der EU-Osterweiterung ...mehr
(Auf MIGRApolis veröffentlichtam 09.02.2013.)
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II.) Zwei Aufrufe


II.1. ) „Zwischenwelten – zwischen den Welten“. Ausschreibung zum Literaturwettbewerb der 9. Bonner Buchmesse Migration

 

Zum Thema
Entfernungen - so ist immer öfter zu hören - spielen in der globalisierten Welt keine gewichtige Rolle mehr. Wir sprechen miteinander unabhängig von unseren jeweiligen Standorten fast so, als stünden wir einander gegenüber. Die elektronische Revolution erlaubt es uns, einander sogar scheinbar in die Augen sehen zu können bei unseren Unterhaltungen über die Kontinente hinweg. Grenzen scheinen der Vergangenheit anzugehören, weil wir sie nicht mehr – wie noch vor wenigen Jahrzehnten - als schwer überwindliche Barrieren wahrnehmen. Über soziale Netzwerke und ähnliche Internetangebote sind wir mit hunderten von Menschen in den entferntesten Winkeln der Welt „befreundet“.
(Auf MIGRApolis veröffentlichtam 18.02.2013)
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II.2.) Bildungsreise Gaziantep: Auf den Spuren der Kulturen – Vergangenheit und Gegenwart am 24.05.-04.06.2013


NEMRUT – Berg der Götter: Karakuş Timülüsü.
Auch 2013 bieten wir wieder eine preisgünstige Bildungsreise in die Türkei an:
Bildungsreise Gaziantep vom 24.05. bis 04.06.2013

(Auf MIGRApolis veröffentlichtam 19.02.2013.)

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III.) Veranstaltungshinweise


III.1.) Bonn: "Monotheismus. Quelle der Intoleranz?" am 20.02.2013

Die Buchhandlung Böttger. Foto: Schmiedel.

                    n e b e n     d e m     b a h n h o f

       
                    Professor Dr. René Buchholz
                    (Bonn)

                    Monotheismus
                    Quelle der Intoleranz?

                 


Mittwoch, 20. Februar 2013, 19:30 Uhr
Buchhandlung Böttger
Maximilianstr. 44
53111 Bonn
„Der Monotheismus ist ins Gerede gekommen. Galt er der Forschung noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter dem Kriterium von Fortschritt und Vergeistigung als religionsgeschichtlicher Höhepunkt, so wird er heute verdächtigt, mit seiner Unterscheidung zwischen ‚wahrer‘ und ‚falscher‘ Religion Intoleranz, religiösen Fanatismus und Gewalt zu befördern. Der Fundamentalismus wäre demnach sein wahres Gesicht. Über die Kritik Jan Assmanns hinausgehend stellte Peter Sloterdijk jene Tradition, die den einen und einzigen Gott in das Zentrum der Religion rückt, unter Totalitarismusverdacht und diagnostizierte hier eine ‚Pathologie des Bewusstseins‘: Der Monotheismus hat ein krankes Verhältnis zur Wirklichkeit. Allerdings können zeitgenössische Kritiker kaum Copyrights beanspruchen; ihre Motive sind älter und reichen über Friedrich Nietzsche bis in die Aufklärung.
Haben die Verächter Recht? Oder gibt es kritische Potenziale der monotheistischen Traditionen, die häufig übersehen werden? Der Vortrag versucht, anhand eines religionsgeschichtlichen Rückblicks die Aktualität des Monotheismus aufzuzeigen, ohne die Gefahren, denen eine geschichtssensible Religion ausgesetzt ist, zu unterschlagen. Vielleicht ging es ja in den oft polemischen Auseinandersetzungen der Entstehungsphase nicht um richtige oder falsche Religion, sondern um den richtigen way of life angesichts einer von Gewalt, Unrecht und sozialen Asymmetrien gekennzeichneten Geschichte.“ (René Buchholz)
Es laden ein:              
A. Böttger        M. Halbfas        P.Petzel          H.R.Schlette

(Auf MIGRApolis veröffentlichtam 13.02.2013.)
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III.2.) Bonn: Interreligiöse Exkursion zur DITIB-Moschee in Bonn-Bad Godesberg 21.02.2013


Im Frauen-Gebetsraum der DITIB-Moschee. Foto: Schmiedel.
15.30 – 17.00 Uhr

Treffpunkt: DITIB-Moschee, Koblenzer Straße 107, 53117 Bonn-Bad Godesberg
Leitung: Pfarrer Wolfgang Wallrich und Religionswissenschaftler Michael A. Schmiedel
Die Teilnahme ist frei. Eine Spende für die Führung und je eine für die beiden Gastgeber wird erbeten.
Anmeldung unter: schmiedel@bimev.de oder Tel.: 0151 504 749 80


Der Islam ist in Deutschland vor allem eine Religion von Einwanderern und ihrer Nachkommen, aber es gibt auch einige Zehntausend Konvertiten zum Islam. Trotz seiner inzwischen mindestens hundertjährigen Präsenz in Deutschland, ist er für viele Nichtmuslime immer noch mehr von Vorurteilen, als durch Wissen geprägt. Was macht den Islam aus, wie leben Muslime ihren Glauben in Deutschland und Bonn, und wie ist das Verhältnis von Muslimen zur nichtmuslimischen Nachbarschaft und Gesellschaft?
Wir wollen die Moschee besichtigen, mit ihren Vertretern sprechen und uns in ihre Welt und Sicht der Dinge hineinziehen lassen, um sie besser verstehen zu können.

Der ursprünglich geplante anschließende Besuch des Bonn Buddhist Temples, um Islam und Buddhismus miteinander vergleichen zu können, muss leider ausfallen, da der Tempel kurzfristig aus finanziellen Gründen geschlossen wurde. Der Mönche befindet sich zur Zeit in der Schweiz, sucht aber nach einer Wohnung im Bonn-Kölner Raum, um hier weiterhin den Buddhismus anbieten zu können. Wer eine Idee einer Wohnung hat, möge sich bitte bei uns melden, denn wir versuchen dem Mönch dabei zu helfen.
(Auf MIGRApolis veröffentlichtam 18.02.2013.)
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III.3.) Fürth: „Schätze der Religionen – Kraftquellen für unsere Gesellschaft“ im Buddhistischen Zentrum Fürth am 25.02.2013


Eröffnung der Themenreihe „Schätze der Religionen – Kraftquellen für unsere Gesellschaft“ am 27. Januar 2013 im muslimischen Begegnungszentrum Medina in Nürnberg. Foto: RfP Nürnberg.
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde von
Religionen für den Frieden/RfP!
Das Jahresthema zu unserem 25-jährigen Jubiläum  „Schätze der Religionen – Kraftquellen für unsere Gesellschaft“ wurde am 27. Januar 2013 im muslimischen Begegnungszentrum Medina eröffnet. Es war nach einhelligem Bericht eine ganz bewegende Rückschau auf langjähriges Zusammenarbeiten zur Verständigung zwischen den Religionen in Nürnberg, auf die Dialogwochen Christentum–Islam und die gemeinsamen Aktionen für Demokratie und Toleranz. Das Foto, das ich mitschicke, zeigt unsere langjährigen Freunde Cemalettin Özdemir, Talip Iyi und Ali Koc (mit v.l.n.r. Holger Wielsch, Jürgen Kuhlmann, Birgit John und Christine Herrmann-Wielsch) im Moschee-Raum an unserer Schatztruhe, in die als erster Schatz ein Bild von der Eingangstür der Kaaba und eine Rose von Jericho in Mekka gelegt wird. 
Dieses Bild und viele weitere Fotos sowie Informationen über unsere Arbeit finden Sie auf der von Holger Wielsch neu und ganz lebendig gestalteten Homepage: www.rfp-nuernberg.de . Schauen Sie herein. Es lohnt sich!

Nun lade ich herzlich zu unserem nächsten Termin ein:

•    Am Montag, 25. Februar, wird das Buddhistische Zentrum Fürth um 19.30 Uhr seine Schätze vor uns ausbreiten (Untere Fischerstr. 4 nahe U-Bahn Fürth-Rathaus: von dort über die Schindelgasse/Mühlstraße oder Königsplatz/Henri-Dunant-Str., Richtung Pegnitz/Nor¬den, dann links herunter in die Untere Fischerstr.). Frau Brigitte Meixner, Herr Robert Jandaka und Herr Bernhard Vetter, die schon über viele Jahre mit uns zusammenarbeiten, werden uns dort willkommen heißen.
Ich bin nach einer gut verlaufenen Bein-Operation wieder reisefähig und freue mich auf alle, die ich in Fürth wieder sehen werde.
Weiterhin steht fest:

•    Am Mittwoch, 13. März, lädt uns die Alevitische Gemeinde Nürnberg um 19.00 Uhr in ihr CEM-Zentrum in der Rehdorfer Str. 6 ein.
In Vorbereitung sind Termine bei der Israelitischen Kultusgemeinde, der römisch-katholischen, der evangelischen und der orthodoxen Kirche, bei Muslimen, Baha’i und Hindus. Im März-Rund-schreiben hoffe ich, das ganze weitere Jahresprogramm vorstellen zu können.

Mit allen guten Wünschen und einem herzlichen Dank an alle, die geholfen haben, mit ihren Beiträgen und Spenden unser Konto wieder aufzufüllen!
Ihr
Johannes Lähnemann

Prof. Dr. Johannes Lähnemann
Lehrstuhl Religionspädagogik
Universität Erlangen-Nürnberg
Tel. 05321/4851
E-Mail: johannes [...] laehnemann.de
(Auf MIGRApolis veröffentlichtam 19.02.2013.)
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III.4.) Bonn: „Zusammenleben gestalten - Muslime in unserer Stadt“ am 26.02.2013


Ob am Arbeitsplatz, in der Schule, in Nachbarschaft oder Vereinen: Muslimische Bürgerinnen und Bürger prägen und gestalten das internationale Bonn. In Kürze wird eine moderne, repräsentative Moschee eröffnet, eine zweite wird folgen. Damit erhält muslimische Religionsausübung in Bonn mehr und mehr einen würdigen Rahmen. Dennoch bestehen auch etliche Probleme in Bonn, zuletzt ganz aktuell zum Thema Extremismus. Mit der Veranstaltung

„Zusammenleben gestalten - Muslime in unserer Stadt“
am Dienstag, 26. Februar 2013, um 19 Uhr
im MIGRApolis – Haus der Vielfalt, Brüdergasse 16-18, Bonn-Innenstadt


möchten wir einladen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Fünf muslimische Bonner Bürgerinnen und Bürger schildern positive und schwierige Akzente muslimischen Lebens in Bonn, berichten von ihren Erfahrungen und formulieren ihre Wünsche, aber auch ihre Sorgen. Alle fünf engagieren sich auf vielfältige Weise ehrenamtlich für das Miteinander von Muslimen und Nicht-Muslimen in Bonn.

Die Gesprächsrunde wird moderiert von Dr. Beate Sträter, der Islambeauftragten des Ev. Kirchenkreises Bonn.

Anbei finden Sie den Flyer zur Veranstaltung.

Mit freundlichen Grüßen,

Coletta Manemann
Integrationsbeauftragte der Stadt Bonn
Altes Rathaus/Markt, 53111 Bonn
Telefon +49(0)2 28.77 31 01
Telefax +49(0)2 28.77 32 15
E-Mail integrationsbeauftragte@bonn.de
Internet www.bonn.de
(Auf MIGRApolis veröffentlichtam 18.02.2013)       
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III.5.) Hannover: Die sieben Wege der Erkenntnis - nach dem iranischen Mystiker Fariduddin Attar am 7.3.2013


Liebe Freundinnen und Freunde des interreligiösen Dialoges,

hiermit lade ich herzlich zu unserem Literaturabend am 7. März 2013 im Haus der Religionen von Hannover ein.

Herzliche Grüße

Ali Faridi / Religions for Peace (RfP) - Hannover

Lesen
Lachen
Lernen
Literaturabende im Haus der Religionen
Die sieben Wege der Erkenntnis - nach dem iranischen Mystiker Fariduddin Attar

Mit Noura Attallah und Ali Faridi

Donnerstag, 7. März 2013, 1900 Uhr

Eintritt frei

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III.6.) Wiesbaden: „Religion und Identität“ am 7.3.2013


Ein Vortrag von mir:
Was haben Religion und Identität miteinander zu tun? Die Religion eines Menschen beinhaltet seine Glaubensüberzeugungen und -praktiken, hat aber auch viel mit seiner Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft zu tun. Seine Identität bezeichnet sein Wesen, seine Selbstheit, sein „ich bin“. Somit bezeichnet seine religiöse Identität sein Religiössein, zum einen in individueller, zum anderen in kollektiver Hinsicht. Die Religion eines Menschen ist zugleich Teil seiner Kultur und weist inhaltlich über sie hinaus in einen transzendenten Bereich. Wie auch in anderen Kulturbereichen leben wir heute in der Postmoderne im Bereich der Religion viel individueller und damit pluralistischer als in früheren Jahrhunderten. Kollektive Selbstverständlichkeiten wichen individuellen Wahlmöglichkeiten oder gar Wahlnotwendigkeiten. Die unhinterfragte Identifizierung eines Individuums mit seiner Gemeinschaft wich einer differenzierten Teilidentifizierung mit der Möglichkeit, aus der Gemeinschaft auszutreten und einer anderen oder keiner anderen beizutreten. Das gilt auch für Religionsgemeinschaften. Das gilt aber nicht oder noch nicht in allen Kulturen der Erde. Konflikte treten auf, wenn im Zuge der modernen Mobilität und Migration Menschen individualistischer und kollektivistischer Kulturen in einer gemeinsamen Gesellschaft leben. Zugleich fühlen sich viele Menschen von der individualistischen Kultur mit ihren Wahl- und Entscheidungszwängen überfordert oder gar entwurzelt. Ihre Suche nach der verlorenen Selbstverständlichkeit und Geborgenheit in der Gemeinschaft führt zur Konstruktion fundamentalistischer Ansichten. Religiös Suchende heute sehen sich einem großen Vielfalt traditioneller, liberaler und fundamentalistischer Angebote der Sinndeutung und Welterklärung gegenüber und fühlen sich aufgefordert, das zu ihnen passende zu suchen und zu wählen oder es sich selbst zu konstruieren. Über all dem schwebt die Frage nach der Wahrheit der Religionen, nach den Möglichkeiten der Wahrheitserkenntnis und danach, was Wahrheit mit Identität zu tun hat.
Zeit: 7.3.2013, ab 19:00 Uhr
Ort: Schaufenster Stadtmuseum, Ellenbogengasse 3 – 7, 65183 Wiesbaden
vgl. http://www.wiesbaden.de/vv/oe/05/41/141010100000092461.php
Im Rahmen eines Seminars zu „200 Jahre Religionsgeschichte Wiesbadens“
vgl. http://www.vhs-wiesbaden.de/index.php?id=14&urlparameter=kathaupt%3A11%3Bknr:E11230
Ich warte noch auf die Infoblätter dazu.
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III.7.) Mülheim an der Ruhr: „Loss mer fiere - Religiöse Feste zwischen Frohsinn, Gemeinschaftsgeist, ritueller Routine, historischem Gedenken und mythischer Sinnstiftung“ am 14.03.2013

Jahrestagung Juden – Christen – Muslime. Mit den monotheistischen Weltreligionen im Gespräch. Feste und Feiertage als Chance interreligiösen Lernens am 14.-15.03.2013

Es ist ein Seminar zur Lehrerfortbildung, so dass daran nur Lehrer(innen) teilnehmen können.

Termin: Donnerstag, 14. März 2013, 15:00 Uhr, bis Freitag, 15. März 2013, 17:00 Uhr
Kursgebühr: 70,00 Euro
Ort: Katholische Akademie „Die Wolfsburg“, Falkenweg 6, 45478 Mülheim, Tel.:
0208/99919-0
In den Rahmen halte ich einen Vortrag mit dem Titel:
„Loss mer fiere - Religiöse Feste zwischen Frohsinn, Gemeinschaftsgeist, ritueller Routine, historischem Gedenken und mythischer Sinnstiftung“ am 14.03.2013
Zeit: 14.3.2013, 15.30 – 18.00 Uhr
 
(Auf Migrapolis veröffentlicht am 20.02.2013.)
 
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III.8.) Nassau: Gesprächsabend zum Buddhismus in der Reihe "leben - sterben - leben - eine Projektreihe zum Umgang mit Tod und Trauer" am19.03.2013

Es ist ein Gesprächsabend mit einem katholischen Geistlichen und mir, der ich den buddhistischen Part übernehme.
19. März um 19.30 Uhr - Evangelischer Regionalverband Nassau gegenüber dem Café Bressler,  Kettenbrückstraße 1, 56377 Nassau
Moderation: Herr Matern, Öffentlichkeitsbeauftragter der EKHN in Rhein-Lahn.
Veranstalter: Ev. und kath. Kirchengemeinden im Nassauer Land
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III.9.) Bonn: „Freie Meinung und religiöse Gefühle:  ein unauflöslicher Konflikt?“ am 10.04.2013 , „Toleranz im Sufismus. Ein anderes Gesicht des Islam“ am 16.05.2013 und „Blasphemie, freie Meinungsäußerung und körperliche Unversehrtheit am 23.05.2013


City-Forum_2
Aktuelle Konfliktfelder der Religionsfreiheit

Freie Meinung und religiöse Gefühle:
ein unauflöslicher Konflikt?
Prof. Dr. Heiner Bielefeldt, Erlangen
Mittwoch, 10. April 2013
19.30 Uhr
Haus der Evangelischen Kirche
Adenauerallee 37, Bonn
Toleranz im Sufismus
Ein anderes Gesicht des Islam
Prof. Dr. Jürgen Wasim Frembgen, München

Donnerstag, 16. Mai 2013
19.30 Uhr
Gangolfsaal
Gangolfstraße 14, Bonn




Blasphemie, freie Meinung und körperliche Unversehrtheit
Hamideh Mohagheghi M.A. Hannover
Donnerstag, 23. Mai 2013
19.30 Uhr
Haus der Evangelischen Kirche
Adenauerallee 37, Bonn



Teilnehmerbeitrag:
jew. € 6.- erm.: € 3.-




Veranstalter:
Katholisches Bildungswerk Bonn
Evangelisches Forum Bonn
Arbeitskreis Muslime und Christen Im Bonner Norden
Beschreibung: MuChri









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Schlusswort:

Das Leben ist spannend. Was wird aus der römisch-katholischen Kirche unter dem nächsten Papst, was wird aus den Menschen in den muslimischen Ländern, in denen fundamentalistische Ideen immer mehr um sich greifen, was wird aus unserer rheinischen Region im Zuge von Einwanderung, Wirtschaftskrise und Klimawandel? Der Rhein wird jedenfalls weiter fließen, so hoffe ich, auch wenn die Gletscher am St. Bernhard und St. Gotthard schmelzen. Und er zeigt es uns doch immer wieder : alles fließt, panta rhei, alles ist Rhein. Wer das stoppen will, merkt schnell, wie der Sand, in den er greift, zwischen seinen Fingern hindurch rieselt. Dominik Zeller von der GIZ meinte, er verstehe schon, dass man die Heimat gerne unverändert so belassen möchte,  wie man sie von klein auf kennt und gewohnt ist. Aber diese Einstellung sei nicht valide. So spricht ein Mensch, der wirtschaftlich denkt. Aber wahrscheinlich hat er recht. Et kütt wie et kütt.

Herzliche Grüße,
Ihr/Euer Michael A. Schmiedel
Religions for Peace Bonn/Köln
und
BIM e.V. / MIGRApolis-Deutschland