Wednesday, November 14, 2012

Interreligiöser Rundbrief ... Nr. 2012-11 (14.11.2012)

Interreligiöser Rundbrief für Bonn und Umgebung Nr. 2012-11 (14.11.2012)
„Wir sollten uns nicht fürchten, Menschen zu sein.“
Heinz-Jürgen Metzger
Inhalt
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Liebe Leserinnen und Leser,
das Zitat oben geht noch weiter: „Wir sollten uns nicht fürchten, Menschen zu sein. Als Menschen sind wir verletzlich. Uns mit immer dickeren Panzern – psychischen und militärischen – vor anderen Menschen zu schützen, mag zwar den Anschein von Unverletzlichkeit erwecken, entfernt uns aber immer weiter von unserem Menschsein und unseren Mitmenschen. Auch hält es uns davon ab, die aus buddhistischer Sicht zentrale Frage zu stellen: Was ist es, das verletzt wird?“ (Heinz Jürgen Metzger. Menschsein – im Angesicht von Auschwitz. In: DBU (Hrsg.), Buddhismus aktuell 4-12, S. 32 f. hier S. 33.)

Diese Worte eines Zenlehrers und so manches andere in dem genannten Heft spricht mich zurzeit sehr an, da ich in der letzten Zeit so viel Angst um mich herum spüre: Angst vor Konkurrenz, vor Imageverlust, vor Einkommenslosigkeit – letztlich vor dem Nicht-Geliebtwerden und der Vernichtung des eigenen Seins. Und ich merke, dass mit der Angst die Wut steigt und sich die Wut in Hass verwandeln kann, wenn man nicht aufpasst. Doch zugleich merke ich, dass ich im tiefen Inneren eine Liebe spüre, die das alles überwinden kann: den Hass, die Wut und die Angst. Ich muss sie nur zulassen, diese Liebe. Und mit diesem Zulassen wächst auch der Mut, sich verletzlich zu zeigen. Dann überwinde ich auch das Wechselspiel von Verlieren und Gewinnen. Das spielt dann keine Rolle mehr. Zumal ein Gewinn, der andere zu Verlierern macht, genau so wenig glücklich macht, wie wenn ich selber verliere. Die so oft beschworene Win-Win-Situation ist das eigentliche Ziel. Diese zu erreichen ist wie die Umsetzung des Gefühls des Ungetrenntseins, das ich oft in der Meditation habe, ins Soziale, Politische und Wirtschaftliche.
Dieser Interreligiöse Rundbrief enthält wieder viele Textbeiträge und Veranstaltungshinweise, wie wir sie auf MIGRApolis Deutschland für den Bereich Religion & Philosophie und etwas darüber hinaus veröffentlicht haben. Ich gehe hier nicht näher darauf ein. Lesen Sie lieber das Inhaltsverzeichnis.

Nur auf die Bonner Woche der Kulturen möchte ich nochmal gezielt aufmerksam machen und dazu einladen, auch wenn es dabei mehr um Literatur geht, als um Religion und Philosophie. Morgen Abend ab 18.30 Uhr ist die Eröffnungsveranstaltung mit (auch religiösen) Grußworten, literarischen Lesungen und feiner irischer Musik.

Auch auf die Tagung „Gewaltlosigkeit im Islam“ jetzt am Wochenende und auf den Abend zum Thema „Verletzung religiöser Gefühle und die Grenzen der Meinungsfreiheit“ möchte ich gesondert hinweisen.

Und lesen Sie mal meine Rezension des Buches „Alles Eins“ von Martin Sagel. Er ist kein Theologe, sondern Immobilienmakler. Aber sein „Wegweiser durch das ‚System Gott‘“ hat es in sich.

Ganz unten kommt mein Schlusswort.
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Aktuelle religiöse Feiertage

Kathina


Kathinafeier im Bonn Buddhist Temple. Foto © Schmiedel.
Allen Theravada-Buddhist(inn)en und allen anderen Menschen, die es feiern wollen, wünschen wir ein heilsames Kathina-Fest.
Kathina wird traditionell zum Ende der indischen Regenzeit gefeiert, 2012 fällt der Beginn auf den 29.10.. Früher hatten sich die Mönche während der unwegsamen Regenzeit im Kloster aufgehalten und sich dann wieder auf den Weg gemacht, die Lehre des Buddha zu den Menschen zu bringen. Die Laienanhänger(innen) schenkten ihnen zu diesem Anlass neue Roben und andere Dinge des täglichen Badarfs. Letzteres geschieht auch heute noch zu Kathina. Kathina dient der engeren Verbundenheit zwischen Ordinierten und Laienbuddhist(inn)en.
-> Hier auf S. 34 können Sie lesen, wie eine Kathinafeier im Bonn Buddhist Temple gefeiert wird. Dieses Jahr findet die Feier dort am 24.-25.11. statt. Es ist in Deutschland nämlich so, dass fast nirgends die für das Fest erforderlichen mindestens acht Mönche zusammenleben. So besuchen sie sich nacheinander gegenseitig, so dass Kathina überall gefeiert werden kann.
Lesen Sie auch den englischen Beitrag auf Wikipedia.
(Auf MIGRApolis Deutschland veröffentlicht am 24./31.10.2012.)
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Geburtstag Bahá'u'lláhs - Diwali - Bandi Chhor Divas - Govarhana Puja - Muharram


Diwali-Öllampe. Foto © Arne Hückelheim / Wikipedia.

Eine Rose, statt einer Abbildung Bahá'u'lláhs, die bei den Bahá'í vermieden wird, als Symbol der Liebe. Dank an Claudia Mohadjeri von der Bonner Bahá'í-Gemeinde für diese Info! Foto © Petra Schenk-Schmiedel.
Allen Bahá'ís, Hindus, Sikhs, Jainas, Muslimen, Aleviten und überhaupt allen Menschen, die es feiern wollen, wünschen wir ein gesegnetes Geburtstagfest Bahá'u'lláhs, Diwali-Fest, Bandi Chhor Divas-Fest, Govarhana Puja-Fest und/oder Muharram-Fest.
Der Geburtstag eines Religionsstifters, ein mythologisch recht verschieden interpretiertes Lichterfest, die Befreiung eines religiösen Führers aus der Gefangenschaft und natürlich ein Neujahrsfest sind für Gläubige ein Grund zu feiern.
Der Geburtstag Bahá'u'lláhs, des Stifters der Bahá'í-Religion wird am 12.11.2012 gefeiert.
Das hinduistische, sikkhistische und jainistische Diwali-Fest findet am 13.11.2012.
Sikkhs feiern Bandi Chhor Divas am 13.11.2011.
Hindus feiern die Govarhana Puja am 14.11.2012.
Der 15. November 2012 des gregorianischen ist der 1. Muharram 1434 des islamischen Kalenders. Die Die auch von Aleviten begangenen Feiern dauern an bis zum 26.11.2011/11.1.1434. Prost Neujahr!
(Auf MIGRApolis Deutschland veröffentlicht am 11.11.2012; leider fanden wir keine weiteren passenden Bilder, die wir lizenzfrei hätten nutzen können; wenn Sie Bilder zu diesen oder anderen religiösen Festen haben, die wir künftig für die Glückwünsche nutzen könnten, wären wir sehr dankbar, wenn Sie sie uns zur Verfügung stellen könnten; für dieses Mal hoffen wir, dass eine Diwalilampe und eine Rose auch den Gläubigen der anderen Religionen gefallen; Anm. d. Red.)
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I.) Textbeiträge

I.1.) Mein Land - unser Land. Gedicht von Heike van den Bergh


Karte © TUBS / Wikipedia
Dies ist mein Land,
wo ich mit Menschen aus vielen Ländern
und in allen Sprachen frei sprechen und feiern kann.
Dies ist unser Land,
wo wir Pessah feiern, das hinduistische Blütenfest,
Ostern, Ramadan oder Laubhüttenfest,
und, ja, auch Weihnachten.
Dies ist mein Land,
wo ich demonstrieren und meine Meinung frei äußern kann, ...mehr
(Auf MIGRApolis Deutschland veröffentlicht am 15.10.2012)
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I.2.) Fehlende Distanz der Muslime zu den Extremisten? Leserbrief / Stellungnahme. E. Thissen/U. Thomas (Interreligiöser Dialogkreis BG)


Elisabeth Thissen und Pfarrer Ulrich Thomas schrieben im Namen des Interreligiösen Dialogkreises Bonn-Bad Godesberg einen Leserbrief an den General-Anzeiger, der dort bisher nicht veröffentlicht wurde:


Ein gesellschaftliches Problem ignoriert oder fehlende Distanz zu Extremisten

(s. Frank Vallender GA v. 15.10-2012, „Splitterpartei mit Ambitionen“ und

Kommentar „Gegen die Fanatiker“)


Bonner Muslimen, die im christlich-muslimischen Dialog für Integration und gegenseitigen Respekt engagiert sind, wird wieder einmal mangelnde Distanz gegenüber Extremismus vor-geworfen. Auch fehle es in der Stadt insgesamt – nicht nur bei ihnen - am Engagement in der vorbeugenden Arbeit mit Jugendlichen. ...mehr
(Auf MIGRApolis Deutschland veröffentlicht am 22.10.2012.)
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I.3.) GEBETe der Religionen – Herzlich Willkommen, wer immer Du bist. Im Rahmen der Interkulturellen Woche 2012 in Bonn. Bericht von Pooja Balasubramaniam


GEBETe der Religionen in Bonn 2012. Foto © Balasubramaniam.

GEBETe der Religionen; Herzlich Willkommen wer immer Du bist‘‘, so lautete die Veranstaltung, die im Rahmen der Interkulturellen Woche 2012 am 24.September 2012 stattfand. Eingeladen wurden die folgenden Religionen: Islam, Christentum, Judentum, Buddhismus, Baha’i und Quäker. Thema der Veranstaltung war Gastfreundschaft.
Die Veranstaltung wurde von dem
...mehr
(Auf MIGRApolis Deutschland veröffentlicht am 22.10.2012.)
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I.4.) Katholische und Evangelische Kirche mahnen zur Besonnenheit. EKD-Pressemitteilung Nr. 211/2012


Gemeinsame Äußerung der Prälaten Jüsten und Felmberg zur Debatte um
Schutzsuchende in Deutschland


Im Blick auf die Vorschläge von Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter
Friedrich zum Umgang mit den gestiegenen Zahlen von Asylbewerbern aus
Serbien und Mazedonien mahnen der Leiter des Kommissariats der deutschen
Bischöfe, Prälat Dr. Karl Jüsten, und der Bevollmächtigte des Rates der
Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Prälat Dr. Bernhard Felmberg,
zur Besonnenheit. Jeder Asylsuchende habe in Deutschland das Anrecht auf
eine unvoreingenommene und gründliche Prüfung seines Asylantrags. Dieses
Recht dürfe auch angesichts gestiegener Asylbewerberzahlen nicht in
Frage gestellt werden. Dies gelte auch für Asylsuchende aus Ländern wie
Serbien und Mazedonien. In der Vergangenheit sind immer wieder
Angehörige dieser Staaten als Flüchtlinge anerkannt worden.
(Auf MIGRApolis Deutschland veröffentlicht am 24.10.2012)
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I.5.) Ein spannender interreligiöser Nachmittag. Bericht von Bartosz Bzowski mit Fotos von Michael A. Schmiedel und Wolfgang Wallrich. Im Rahmen der Interkulturellen Woche 2012 in Bonn


Im Paramita-Projekt.
Buddhismus und Christentum – diese beiden Religionen standen im Mittelpunkt der diesjährigen interreligiösen Exkursion am 27. September. Sie findet seit 2010 jedes Jahr während der Interkulturellen Woche statt. Nachdem in den beiden letzten Jahren jeweils Synagoge, Kirche und Moschee die Ziele waren, so entschieden sich in diesem Jahr die Organisatoren, der Religionswissenschaftler Michael A. Schmiedel und Pfarrer Wolfgang Wallrich, für das buddhistische Paramita-Projekt und die evangelische Trinitatiskirche.
Jeweils eine knappe Stunde bekamen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Exkursion Einblick in das Innenleben der beiden Religionen. Das Paramita-Projekt in Bonn-Poppelsdorf ist ...mehr
(Auf MIGRApolis Deutschland veröffentlicht am 28.10.2012.)
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I.6.) Martin Sagel. Alles Eins. Wegweiser durch das „System Gott“. Ethik und Spiritualität im 21. Jahrhundert. Buchrezension von Michael A. Schmiedel




Das ist ein sympathisches Buch. Doch als sich der Autor mit einer Empfehlung von Jalil Schwarz, dem Friedenskoch bei mir meldete und fragte, ob ich Interesse an seinem Buch hätte, und ich dann im Vorwort desselben erfuhr, dass er den Beruf eines Immobilienmaklers ausübt, war ich zunächst skeptisch. Ein theologisches oder zumindest religiöses Buch aus der Feder beziehungsweise Tastatur eines Menschen, der sein Geld mit dem Kauf und Verkauf von Wohnungen, Häusern und Grundstücken verdient, der Angehöriger jener Branche ist, der man beim Immobilienkauf immer eine – wie man meint – unnötige Provision abdrücken muss? Kann das gut gehen? Sollte der Schuster nicht bei seinen Leisten bleiben?
Nun ja, heutzutage bleibt doch eigentlich kaum noch einer bei seinem erlernten Beruf oder wenn doch, macht er oder sie noch einiges nebenher. Und wenn doch jeder Mensch über Gott und die Welt nachdenken kann und auch soll, warum sollte er seine Gedanken dann nicht auch anderen mitteilen dürfen?
Martin Sagel schrieb sein Buch am Feierabend, wenn viele andere fernsehen. Es ist also so etwas wie die Theologie eines Feierabendtheologen, der aktives Mitglied der evangelischen Kirche, aber auch von vielem anderen beeinflusst ist, zahlreiche Ehrenämter bekleidet und sehr gerne reist. An den besagten Feierabenden hat er zunächst über 100 Bücher durchgearbeitet, von denen 40 hinten im Buch aufgelistet sind, darunter die Basiswerke der großen Religionen, die Heiligen Schriften.
Schauen wir uns das Buch mal an: ...mehr
(Auf MIGRApolis Deutschland veröffentlicht am 04.11.2012.)
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I.7.) Leserbrief von Martin Sagel zur Rezension seines Buches "Alles Eins" von Michael A. Schmiedel


Ganz herzlichen Dank, Herr Schmiedel, für diese ausführliche Rezension. So viel Arbeit hat sich ja bisher keiner gemacht, und Sie haben es offen und ehrlich ausgewertet. Ich freue mich darüber. Auch die negative Kritik darf gerne sein. Es ist noch nicht perfekt. Auch ich lerne ständig weiter dazu.
Auch der Hinweis auf die vielen kleinen Buchläden ist sehr kostbar!

Mich freut, dass ich Ihr Augenmerk wieder auf vegetarische Kost lenken durfte.

In Sachen Quellenangaben darf ich sagen, ...mehr
(Auf MIGRApolis Deutschland veröffentlicht am 12.11.2012.)
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II.) Veranstaltungshinweise

II.1.) Bonn: 7. Bonner Woche der Kulturen vom 15.-25.11.2012...


Die 7. Bonner Woche der Kulturen schafft in diesem Jahr mit 10 Veranstaltungen ein Forum für interkulturelle Begegnungen in Bonn.
Das kulturelle Leben in Bonn wird seit Jahrzehnten, wie auch in anderen
Städten Deutschlands, durch das interkulturelle Zusammenleben in Vielfalt geprägt. Offenheit und Akzeptanz sind die Grundlage dafür, dass sich Bonner Bürgerinnen und Bürger, wie auch die vielen internationalen Gäste aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien, hier zu Hause fühlen. Durch die Woche der Kulturen schaffen wir neue Kulturräume, in denen die literarische Auseinandersetzung stattfindet und uns herausfordert, auf den anderen zuzugehen.
(Auf MIGRApolis Deutschland veröffentlicht am 12.10.2012)
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II.2.) Bonn: Gewaltlosigkeit im Islam am 16./17.11.2012


In Kooperation mit Afghanistan Information Center e.V. AFGHANIC, Bonn, und der Stiftung Weltethos

Gewaltlosigkeit wird gemeinhin als Besonderheit insbesondere des Buddhismus und des Hinduismus angesehen. Mahatma Gandhi gilt als Vertreter eines modernen Pazifismus, der Indien erfolgreich in die Unabhängigkeit führte. Aus dem Handeln Jesu leiten christliche Gemeinschaften einen Verzicht auf Gewalt und Krieg ab. Friedenskirchen wie die Quäker oder die Methodisten treten für einen pazifistischen Weg ein.

Doch auch im Islam gibt es Beispiele für einen gewaltlosen Kurs. Besonders der Weggefährte Gandhis, Badshah Khan aus Afghanistan, war ein Vertreter eines strikt gewaltlosen Weges. Aktuelle Beispiele gibt es in Syrien, Iran, dem Sudan, Indonesien und anderen Ländern. Gemeinsam mit Experten aus der islamischen Welt wollen wir die Beispiele vorstellen und darüber ins Gespräch kommen. Die Tagung richtet sich insbesondere an Muslime und an Menschen, die im interreligiösen Dialog aktiv sind.
Tagungsleitung: Jörgen Klußmann M. A., Studienleiter
Tel.: +49/(0)228/9523-204
Mail an Jörgen Klußmann, Mehr Informationen
Tagungssekretariat: Thorgit Stephan
Erreichbarkeit: Mo. – Fr. 9.00 – 13.00 Uhr, Tel.: +49/(0)228/9523-205
Mail an Thorgit Stephan
Praktische Hinweise
Tagungsnummer 41/2012. Bitte bei Ihrer Anmeldung angeben. Tagungskosten inklusive Verpflegung und Übernachtung 70,00 Euro.
Das ausführliche Programm der Tagung ist am Schluss dieses Artikels zum Download bereit gestellt. Zur Online-Anmeldung geht es hier: http://www.ev-akademie-rheinland.de/tagungen/Tagungskalender_Anmeldung.php
(Auf MIGRApolis Deutschland veröffentlicht am 07.11.2012.)
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II.3.) Bonn: Verletzung religiöser Gefühle und die Grenzen der Meinungsfreiheit am 20.11.2012


Einladung zu einer gemeinsamen Veranstaltung der beiden Initiativen zum Thema

Verletzung religiöser Gefühle und die Grenzen der Meinungsfreiheit

Dienstag, 20. November 2012, 20.00 Uhr Al Muhajirin Moschee, Brühler Str. 28, Bonn-Tannenbusch


Anfahrtbeschreibung und Routenplanung unter www.almuhajirin-bonn.de

Für Interessierte wird ab 19.30 Uhr eine Besichtigung der neuen Moschee angeboten.

Seit dem Erscheinen der Mohamed-Karikaturen in Dänemark beschäftigen sich Medien und Öffentlichkeit mit der Frage nach dem Verhältnis von Religions- und Meinungsfreiheit. In Bonn wurde die Diskussion intensiviert durch die Ausschreitungen bei der Demonstration in Bad Godesberg im Frühjahr dieses Jahres.

MuChri widmet diesem hochsensiblen Thema in nächster Zeit breiten Raum: Im Frühjahr 2013 finden in Kooperation mit den christlichen Bonner Bildungswerken zwei Veranstaltungen mit hochrangigen und in der Sache kompetenten ReferentInnen statt (siehe unten).

Der Abend, zu dem wir Sie heute einladen, dient dagegen ausdrücklich dem persönlichen Austausch und ist gedacht als Schritt auf dem Weg des Einander-Verstehens, der eigenen Meinungsbildung und der Toleranz gegenüber anderen Meinungen.

Eingeladen sind auch kommunale Vertreterinnen und Vertreter von Parteien, um an diesem Austausch teil zu nehmen und Ergebnisse und Eindrücke in ihre politische Arbeit mit zu nehmen.

Anne Tilian
für die MuChri-Steuerungsgruppe
Vorschau auf Bildungsveranstaltungen 1 -2013:

Reihe: Das Verhältnis von Religions- und Meinungsfreiheit Mittwoch, 10.
April 2013, 19.30 Uhr, Prof. Dr. Heiner Bielefeldt, Erlangen Freie Meinung und religiöse Gefühle – ein unauflöslicher Konflikt?

Donnerstag, 23. Mai 2013, 19.30 Uhr, Hamideh Mohagheghi MA, Paderborn Blasphemie, freie Meinung und körperliche Unversehrtheit

Donnerstag, 16. Mai 2013, 19.30 Uhr, Prof. Jürgen Wassim Frembgen, München Toleranz im Sufismus – ein anderes Gesicht des Islam
(Auf MIGRApolis Deutschland veröffentlicht am 10.11.2012.)
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II.4.) Gummersbach: Islampolitik in Europa am 23.-25.11.2012


Das Seminar findet vom 23.-25. November 2012 in der Theodor-Heuss-Akademie in Gummersbach statt.

Die politische Dimension des Islam in Europa ist ein kontrovers diskutiertes Thema. Und zwar nicht erst seit 9/11, sondern bereits seit vielen Jahrzehnten. Europaweit drehen sich die Fragen um Moscheebau, Imam-Ausbildung sowie die Lehre des Islam an Schulen, Universitäten und in Vereinen. Allzu oft verhindern scharfe Angriffe und religiöse Ressentiments eine sachliche Auseinandersetzung.
(Auf MIGRApolis Deutschland veröffentlicht am 15.10.2012.)
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II.5.) Köln: WerteDialog vom 26. bis 28.11.2012


Sehr geehrte Damen und Herren,

unter dem Leitgedanken "Werte begründen, bilden und leben in einer pluralen
Gesellschaft in Wissenschaft, Seelsorge, Bildung und Sozialarbeit" wird vom 26.
bis 28. November 2012 in Köln ein internationaler Kongress stattfinden, der das
Thema der Werteverständigung zwischen Menschen und Gruppen unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Beheimatung sowie kultureller Herkunft
behandelt.
Programm der Veranstaltung.

Mit freundlichen Grüßen
[Name gelöscht; MAS 5.12.2013]
Christlich-Islamische Gesellschaft e.V. (Geschäftsstelle)
[Adresse gelöscht; MAS 2.12.2013]


www.chrislages.de
www.christenundmuslime.de
(Auf MIGRApolis Deutschland veröffentlicht am 22.10.2012)
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II.6.) Bonn: Schari’a - „der Weg, der zu Tränke führt“ am 30.11.2012


Reihe: Koran für Christen von Muslimen erklärt
Thema: Schari’a - „der Weg, der zu Tränke führt“
Einführung in die ursprüngliche Bedeutung der Schari’a

Termin Freitag, 30. November 2012, 19.30 Uhr – 21 Uhr
Ort: Gemeindehaus der Johanneskirchengemeinde, Zanderstr. 51, 53177 Bonn

Referentin: Hamideh Mohagheghi, Islamische Theologin, Hannover

Scharia – dieser Begriff ist in unserem Land vielfach negativ besetzt. „Die wollen die Scharia einführen“ ist daher weithin Synonym für: Kopf ab, Hand ab, härteste Strafen auch für geringfügige Vergehen und in jedem Fall gegen die Demokratie.
In unserer Reihe „Koran für Christen von Muslimen erklärt“ fragen wir muslimische IslamwissenschaftlerInnen und TheologInnen nach ihrem Verständnis des Koran.
Frau Mohagheghi wird uns einführen in die Frage nach den Quellen und der Entstehung der Schari’a und ihre Anwendung heute.

Hamideh Mohagheghi ist wissenschaftliche Mitarbeiterin für die islamische Theologie an der Universität Paderborn und Mitglied der Islamkonferenz.
Neben einem Jurastudium in Teheran hat sie in Hamburg eine islamische Theologieausbildung absolviert und an der Universität Hannover Religions- und Rechtswissenschaft studiert. Sie engagiert sich als freiberufliche Referentin im interreligiösen und interkulturellen Dialog und bei Fortbildungen für Religionslehrerinnen und -lehrer sowie im Bereich der kirchlichen Erwachsenenbildung.
(Auf MIGRApolis Deutschland veröffentlicht am 22.10.2012.)
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II.7.) Bonn: Schweigen für Frieden und Gerechtigkeit am 4.12.2012

Wir üblich am 1. Dienstag im Monat von 17.30 bis 17.45 Uhr vor dem Bonner Münster in der Nähe des Prangers, im Dezember im Schatten des Weihnachtsmarktes.
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II.8.) Bonn: Interreligiöer Gesprächskreis von Religions for Peace Bonn/Köln am 6.12.2012

Wir üblich von 19.30 bis ca. 21.30 Uhr bei Lioba von Lovenberg, Argelanderstr. 6, 53113 Bonn.
Dieses Mal lassen wir und überraschen, denn Monika Winkelmann vom Zen Peacemaker Orden Bonn hat was mit uns vor.
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III.) Zusätzliches

Hier gibt es noch ein paar Infos, die kürzlich hereinkamen:

III.1.) Von Reinhard Kirste von INTR°A:

Liebe interreligiös Interessierte,
kurz nach der Tagung der Interreligiösen Arbeitsstelle (INTR°A) in Wesseling
(http://intra-tagebuch.blogspot.de/2012/11/brucken-zum-anderen-leben-die-intra.html ) fand in Lüdenscheid ein Ereignis statt, das durchaus überregionale Bedeutung haben könnte. Deshalb erlauben wir uns, Ihnen eine Veranstaltung vorzustellen, die als ein weiteres sichtbares Zeichen für Toleranz in einer multikulturellen Gesellschaft anzusehen ist. Die Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten haben durch die Initiative des Interreligiösen Forums Lüdenscheid den Gedenktag des 9. November ganz besonders gestaltet.
Hier der Link mit Berichten und Bildergalerie sowie weiterführenden Links:
http://intra-tagebuch.blogspot.de/2012/11/der-engel-der-kulturen-in-ludenscheid-9.html
Arbeiten wir also weiter an engagierter interreligiöser Begegnung!
Mit guten Grüßen
Karin und Reinhard Kirste
Interreligiöse Arbeitsstelle (INTR°A): www.interrel.de
Übersichtsseite: http://religiositaet.blogspot.de/
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III.2.) Von Susanne Petri von der ehem. BHSG Bonn:

Hallo,
uns gibts nicht mehr, aber wenn ich etwas von Veranstaltungen höre, maile ich sie rund.
So zum Beispiel ist am kommenden Wochenende wie üblich in Bad Honnef der Nepalbasar von Tudi Billo und zwar im Restaurant 'Altes Haus', 1. Stock, von Fr, 16.11. 12-19 (Sa wie Fr) bis So, 18.11. 13-17 Uhr.
am 18.11. ist Lama Tilmann Lhündrub bei Yesche im Paramitaprojekt in Poppelsdorf und spricht von 19.00 - 21.00 Uhr über die Frage "... wie Buddhismus und Psychotherapie einander ergänzen können".
Der Theravada-Mönch Bhante Samiddhi vom Tempel in Bad Godesberg spricht am Freitag, den 16.11. ab 19 Uhr über das Miteinander von Laien und Ordinierten und würde sich eine rege Beteiligung wünschen. Er ist sehr aufgeschlossen und interessiert an Austausch und Diskussion.
Viele Grüße
Susanne

Und:
Hallo,
und gleich noch einmal hinterher:
In Poppelsdorf in der Clemens-Auguststr. (auf der Brücke gegenüber vom
Hotel) ist neuerdings ein tibetischer Imbiss mit typisch tibetischen Gerichten wie Momos etc. - Sehr gut und nicht teuer.
Im San Bo Dojo in der Heerstraße ist
zu Buddhas Erleuchtung für den Abend des 08.12. ein besonderer Event geplant. Gemeinsam mit Manuel Gogos veranstalten das San Bo Dojo und 3 schätze einen gemeinsamen Hörabend mit dem Titel "Der Mond im Regentropfen - Ein Abend über den Zen-Buddhismus". Manuel Gogos arbeitet u.a. für den Deutschlandfunk und hat diesen Hörbeitrag für die Sendereihe "Lange Nacht" produziert. Wir möchten diesen besonderen Tag und unsere Praxiswoche (s.u.) mit einem ruhigen und doch anregenden Hör-Erlebniss beschliessen. Das Ganze hat den Charakter einer kleinen "Kulturgeschichte des Zen". Das heißt, es ist informativ und interessant, dazu mit vielen verschiedenen Musiken gewürzt, eine stimmungsvolle kleine Reise. Der Abend lädt ein, jederzeit zu kommen oder zu gehen, zwischendurch in den Pausen etwas zu essen, Tee zu trinken und sich auszutauschen.
Auch in diesem Jahr werden wir nämlich wieder eine Praxiswoche veranstalten, welche von Samstag, 01.12. bis Samstag, 08.12.2012 stattfinden wird. Geplant ist, während der Praxiswoche 2x pro Tag Zazen zu praktizieren. Im Anschluß an das Morgen-Zazen essen wir an allen Tagen gemeinsam Gen Mai (Ende 8:00).
Die einzelnen Zeiten finden sich unter "Termine" auf unserer Webseite www.zen-bonn.de
Für die Nacht vom 07.12. auf den 08.12. ist eine Zazen-Nacht geplant, während der wir abwechselnd Zazen und Kin Hin praktizieren werden.
Zwischendurch gibt es auf jeden Fall auch eine Pause geben sowie eine warme Mahlzeit. Die Zazen-Nacht endet dann am 08.12. mit dem regulären Morgen-Zazen und einer Ryaku fusatsu Zeremonie.
Weitere Infos bei:
San Bo Dojo
Zen Dojo Bonn e.V.
Heerstr. 167
53111 Bonn
Tel. 0228-90869568
Viele Grüße
Susanne
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Schlusswort:

„‚Das kann schon sein‘, sagte der Sanfte Flöter und setzte seine Zwicker wieder auf die Nase. ‚Aber es ist doch merkwürdig, daß die eigenen Leute auf einen solchen Mann erst dann hören, wenn er tot ist. Als Lebender war er ihnen wohl zu unbequem.‘
‚Kommt es nicht vor allem darauf an, dass sie jetzt seinen Worten folgen?‘, fragte Lauscher.
Der Sanfte Flöter schüttelte den Kopf, daß sein Zwicker ins Tanzen geriet und sagte: ‚Wer weiß denn, ob sie da wirklich tun? Arni kann ihnen jetzt nicht mehr widersprechen, wenn sie seine Worte so auslegen, wie sie es für richtig halten.‘
‚Ist es denn falsch, was Arnis Leute getan haben?‘, fragte Lauscher bestürzt, denn was Günli ihm berichtet hatte, war ihm durchaus einleuchtend erschienen.
‚Das habe ich nicht behauptet‘, sagte der Sanfte Flöter, ‚und ich werde auch den beiden Händlern gegenüber nichts dergleichen äußern. Darüber wird man erst später urteilen können. Aber es ist immer leichter, Tote zu ehren als Lebende. Schon mancher hat sich den Namen eines Toten als Ruhmesmantel um die Schultern gelegt.‘“ (Zitat aus: Hans Bemmann. Stein und Flöte und das ist noch nicht alles. Ein Märchenroman. Stuttgart (Edition Weitbrecht im Thienemann Verlag), o.J. (1985), S. 206 f.).
Mit diesem Zitat des von mir sehr geschätzten Bonner Schriftstellers schließe ich diesen Rundbrief, aber das ist noch nicht alles.
Herzliche Grüße,
Ihr/Euer Michael A. Schmiedel